Ourense – Zwischen Bergen, Schiefer und Erinnerungen.

”Ourense liegt eingebettet zwischen sanften Bergen und den dunklen Schiefer-Anbaugebieten Galiciens, durchzogen vom Río Miño, dessen Ufer in warmen Sommerabenden golden schimmern”

  • Mein Name ist Jakob Diener, ich bin nicht nur freiberuflicher Redakteur und Journalist, sondern auch Experte für Spanien.

“Die Temperaturen”

  • Im Sommer klettern die Temperaturen regelmäßig über 30 °C, nicht selten bis an die 40 °C, während die Winter vergleichsweise mild bleiben.
  • Über 2.500 Sonnenstunden im Jahr tauchen die Hügellandschaft, die Weinreben und die alten Steinbrücken in ein klares, südliches Licht.

“Die Thermalquellen”

  • Berühmt ist Ourense für seine heißen Thermalquellen wie As Burgas, deren mineralreiches Wasser seit der Römerzeit genutzt wird.
  • Zugleich ist die Provinz ein Zentrum des europäischen Schieferabbaus.

“Der dunkle Schiefer”

  • Die feinen, dunklen Platten aus den umliegenden Steinbrüchen gelten als besonders langlebig, wasserresistent und frosthart und finden sich auf Dächern in ganz Europa wieder.
  • Vor einigen Jahrzehnten kam ich als Kraftverkehrsmeister regelmäßig hierher, um genau diesen hochwertigen Schiefer zu laden.

“Die Gardinenauflieger”

  • Damals fuhren wir noch keine Kühlfahrzeuge, sondern schlichte und einfache Auflieger mit Gardinen.
  • Ein solcher „Gardinenauflieger“ – fachlich Curtainsider – ist ein Sattelauflieger, dessen Seiten aus robusten, verschiebbaren Planen bestehen, die wie Vorhänge zur Seite gezogen werden können.

“Die Abmaße”

  • Typisch sind Längen um 13,6 Meter, eine Innenhöhe bis etwa 2,70 Meter und ein Ladevolumen von rund 90 Kubikmetern.
  • Die Konstruktion erlaubt das schnelle Be- und Entladen per Gabelstapler von der Seite, was gerade bei palettierten, schwerem Naturmaterial wie Schiefer enorme Zeitvorteile bringt.

“Die Nutzlast”

  • Die Standard-Nutzlast lag bei etwa 24 Tonnen – genau die Menge, die wir montagmorgens in Ourense aufnahmen.
  • Kühlung gab es nicht, dafür robuste Planen, Spanngurte, Rungen und eine Praxisnähe, die den rauen Alltag auf europäischen Fernstraßen zuverlässig abbildete.

“Wolfgang und ich”

  • Wir waren meistens zu zweit unterwegs, mein Kollege Wolfgang und ich, und so stressig die Touren auch waren – die Landschaft, die Menschen und das Licht Galiciens ließen jede Mühe leicht erscheinen.
  • Wenn sich ein freies Wochenende ergab, fuhren wir unmittelbar an die Atlantikküste nach A Coruña.

“A Coruña:

  • Dort stellten wir uns direkt an die Küste, wo die Brandung gegen die Felsen schlug und die salzige Luft so intensiv schmeckte, dass man sie beinahe auf der Zunge tragen konnte.
  • Der Blick über den endlosen Ozean, die klare Gischt, das Rufen der Möwen – es war ein Panorama, das uns jedes Mal aufs Neue ehrfürchtig machte.

“Unsere Verpflegung”

  • Wir hatten Bier dabei, Werkzeug, Grillgut, und anfangs beäugten uns die Jugendlichen aus der Umgebung mit einer gewissen Skepsis.
  • Doch mit der Zeit wich das Misstrauen einer herzlichen Neugier.
  • Sie brachten eigenes Grillgut, setzten sich dazu, und zwischen Heavy Metal, Rock und Pop entstanden Gespräche, Lachen und ein Gefühl von Gemeinschaft, das Grenzen und Sprachen mühelos überwand.
  • Ich hatte immer die Gitarre dabei.

“Der nächste Montag”

  • Am Montagmorgen kehrten wir nach Ourense zurück zur Ladestelle, wo jeder von uns seine 24 Tonnen beste Schieferqualität übernahm.
  • Dieser Schiefer, dunkel, fein geschichtet und außergewöhnlich widerstandsfähig, war in Deutschland hochgeschätzt.

“Saarbrücken”

  • Unsere Fahrt endete regelmäßig in Saarbrücken, wo das Material entladen wurde und später als Dachdeckung ein zweites Leben begann.
  • Zwischen Atlantikluft und deutscher Industrielandschaft lag eine Strecke, die für uns mehr war als nur eine Route – sie war eine Verbindung zweier Welten.

“Meine private Touren”

  • Auch privat zog es mich später immer wieder nach Ourense zurück.
  • Ich besuchte die Weinreben an den Hängen, die kleinen Fincas mit ihren Natursteinmauern und den kühlen Innenhöfen.

“Der Anbau von Wein”

  • Das Klima hier begünstigt den Weinbau
  • Warme, trockene Sommer, milde Herbste, ausreichend Niederschlag im Winter.
  • In der Umgebung gedeihen Rebsorten wie Godello und Mencía, die mineralische, elegante Weine hervorbringen, geprägt vom Schieferboden.
  • Wenn am Abend die Sonne hinter den Bergen versinkt und die Hitze des Tages einer milden, duftenden Nacht weicht, spürt man eine tiefe Ruhe, die schwer zu beschreiben ist und doch sofort verständlich wird, sobald man dort steht.

“Für Besucherinnen und Besucher”

  • Für mich steht fest, dass Ourense bis heute ein faszinierender Besuchermagnet ist – für Reisende, die Geschichte, Natur, Thermalquellen, Weinlandschaften und authentische galicische Kultur erleben möchten.
  • Zwischen Bergen und Schiefer, zwischen Hitze und Atlantikwind, zwischen Arbeit und Freundschaft habe ich dort eine Liebe zu Spanien entwickelt, die bis heute anhält.

“Das Klima”

  • Wer einmal die salzige Luft des Ozeans geschmeckt, die Wärme der Steine in Ourense gespürt und die Weite des Himmels über Galicien gesehen hat, der trägt diese Bilder für immer in sich.
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