”Wenn 33 Grad Meerestemperatur das Leben unter Wasser bedrohen”
- An der Küste Mallorcas wurden nie dagewesene Höchstwerte der Wassertemperatur verzeichnet.
”An der Messboje nahe der vorgelagerten Insel Sa Dragonera im Südwesten Mallorcas kletterte das Thermometer auf spektakuläre 33,02 Grad Celsius”
- Nach Angaben des spanischen Wetterdienstes Aemet handelt es sich hierbei um die höchste Temperatur, die jemals in den spanischen Küstengewässern aufgezeichnet wurde.
- Damit liegen die Wassertemperaturen im westlichen Mittelmeer regional um bis zu vier Grad Celsius über dem langjährigen klimatischen Durchschnitt.
- Diese extremen Werte sind weit mehr als eine bemerkenswerte Wetternotiz für Sommerurlauber.
- Sie markieren eine dramatische maritime Hitzewelle, die tiefgreifende Konsequenzen für die Natur und das regionale Klima nach sich zieht.
- Das Mittelmeer erwärmt sich im Zuge des globalen Klimawandels um ein Vielfaches schneller als die offenen Ozeane weltweit und gilt in der Forschung längst als Hotspot der Klimaveränderung.
“Wenn die Wassertemperaturen über Wochen hinweg”
- Mein Name ist Jakob Diener, ich bin „Freier Journalist“
- Salins, E-1 Primera Línia de Mar, Apart. Nr. 195
- E-17487 Empuriabrava
“Die Spitzenwerte”
- Spitzenwerte von über 33 Grad erreichen, gerät das sensible ökologische Gleichgewicht im Meer vollkommen aus den Fugen.
- Insbesondere die biologische Vielfalt leidet unter der anhaltenden Hitzebelastung, da viele im Mittelmeer heimische Pflanzen- und Tierarten an spezifische, mildere Temperaturbereiche angepasst sind und extremen Wärmeperioden schutzlos gegenüberstehen.
”Eine der am stärksten betroffenen Strukturen sind die ausgedehnten Seegraswiesen der Art Posidonia oceanica, die oft als die grüne Lunge des Mittelmeers bezeichnet werden” - Diese jahrtausendealten Unterwasserwälder produzieren enorme Mengen Sauerstoff, dienen unzähligen Fisch- und Krebstieren als Kinderstube und bieten effektiven Schutz gegen die Erosion der Sandstrände.
- Wenn das Wasser über längere Zeiträume extrem heiß bleibt, schrumpfen diese empfindlichen Bestände drastisch.
- Das Absterben des Seegrases führt nicht nur zum Verlust wichtiger Lebensräume, sondern setzt auch gebundenen Kohlenstoff wieder frei, was die Klimaerwärmung zusätzlich verstärkt.
”Ebenso gravierend sind die Folgen für die verbleibende Wirbellosen- und Korallenwelt der Balearischen Inseln”
- Viele Schwämme, Muscheln, Schnecken und Edelkorallen erleiden bei solchen Hitzewellen ein großflächiges Absterben, da sie ihren Standort nicht anpassen können und bei hohen Temperaturen regelrecht ersticken oder von Krankheitserregern befallen werden, die sich im warmen Wasser explosionsartig vermehren.
- Gleichzeitig begünstigen die tropischen Wassertemperaturen das Einwandern fremder, thermophiler Arten aus dem Roten Meer oder dem Atlantik, welche die verbleibenden heimischen Ökosysteme weiter verdrängen und das gesamte Nahrungsnetz nachhaltig verändern.
”Neben den unmittelbaren Schäden unter der Wasseroberfläche birgt die immense Speicherung von Wärmeenergie im Meer erhebliche Risiken für die gesamte Küstenregion” - Die enorme Verdunstung reichert die Atmosphäre mit feuchter, warmer Luft an, was im Spätsommer und Herbst zu extremen Unwettern führen kann.
- Sobald die ersten kühleren Luftmassen aus dem Norden über das aufgeheizte Becken ziehen, steigen die feuchten Luftmassen rasant in die Höhe und lösen sintflutartige Starkregenfälle, schwere Sturmtiefs oder sogar sogenannte Medicanes aus.
”Auch an Land bleibt die Abkühlung aus, da die hohen Meerestemperaturen tropische Nächte begünstigen und selbst das Baden an den Stränden kaum noch Erfrischung bietet”
- Die Rekordtemperatur von Sa Dragonera ist somit ein unübersehbares Warnsignal für die Verletzlichkeit des maritimen Lebensraums und die Dringlichkeit umfassender Schutzmaßnahmen.



